Dienstag, 6. Mai 2008

"Treffen im Winter mit António Lobo Antunes", Eugénio de Andrade, 18.1.2000

Sterben lernt man von den Vögeln.
Auch die Januarkälte
lehrt uns in die Zweige verstrickt nichts anderes,
sagtest du und schautest
zu den ins Licht eilenden Palmen.
Daß es zu Ende ging.
Und wie mit ihr auch mit den Worten.
Ich suchte deine Augen, in die sich unschuldig
das Blau geflüchtet hatte.
In der Kindheit verscheuchte das Leinenherz
die Schattentiere.
Morgen werde nicht ich dich sehen,
wie du auf die weißen Pappeln steigst.
Unvergänglich das Strahlen der Hände.

Mittwoch, 23. April 2008

owns me.

♪ »hope this is what you wanted, hope this is what you had in mind - 'cause this is what you're getting..« ♪

Samstag, 19. April 2008

save me lord - and fuck the race

konzertabend mit der verschwörer-bagage. die bruderfreundin ist nur mit mühe zu überreden und erzählt mir später lustige geschichten über ihren rhythmik-unterricht und was die band damit zu tun hat und der alterslose vogel hartl.

antibiotika sind schlimmer als drei komma fünf bier. ich fühl mich ein bisschen alt, obwohl mich das solariumgebräunte no-go hinter der bar viel zu jung macht. wir lachen tränen. ich schaffs, keine rotweinflecken zu machen und mich den ganzen abend nicht zu fragen, wie glücklich ich bin. ich bin nur mäßig müde von der unmenschlichen arbeit am vormittag und viel zu nüchtern. m. ruft vorhin an und fragt nach der arbeit und den katzen und kaffee. heute mag ich nicht aus dem haus, das ganze kaff ist auf den straßen. ich vermisse r. und frage mich, wieviel whisky sie noch ohne mich getrunken haben mag. und wieder hat jemand meinen abend gerettet, von dem man nicht gerettet werden mag, und wie so oft sind es nur zwei zeilen:

i'm only here to face what i fear
to find out what it means - breaking the routines

Sonntag, 13. April 2008

i was someone better i wish..

Sonntag, 6. April 2008

we're two parties. two parties ending.

wie schade, wenn es nichts mehr zu sagen gibt, nicht, weil es nichts mehr zu sagen gäbe, wenn man aber nun nichts mehr sagen kann, weil man sich vor den eigenen worten fürchtet und sich von den anderen angegriffen fühlt. was bleibt.

fazit samstag, 5.04.: ich wünsche mir asexuelle freunde.

Donnerstag, 27. März 2008

Perfect Day, I

“Oh, it's such a perfect day
I'm glad I spend it with you
Oh, such a perfect day
You just keep me hanging on”


I

Felix und ich können uns nicht ausstehen – im Grunde.
Ich halte ihn für einen oberflächlichen, übersensiblen Traumtänzer, der eine greise Ernsthaftigkeit an den Tag legt, die mich anekelt. Die Ernsthaftigkeit geht so weit, dass selbst wenn er aus voller Kehle lacht oder glücklich und unbeschwert wirkt (weil er es ist?), er jedem in unmittelbarer Umgebung auf seltsame Art und Weise ständig unbewusst vermittelt: Das Leben ist nicht schön.
Er denkt ich sei altklug und über alle Maße arrogant und ich bin eine Frau. Das genügt meistens, um Felix in heilloses Durcheinander zu stürzen. In uns beiden wohnt dieselbe Art von Unstetigkeit und Rastlosigkeit, der wir unterschiedlich begegnen – natürlich – und der Hang, jeden winzigen Gedanken wieder und wieder hervorzuholen und zu durchdenken, durchkauen, bis aus den Gedanken Brei wird, Brei und Chaos. Felix und ich, wir bekommen alles auf die Reihe – und nichts, im Grunde.

Wir kannten uns kaum (auch jetzt noch) und doch haben wir uns auf dieselbe Art kategorisiert, weil es half dem Chaos im Kopf zuweilen eine Richtung zu geben, die nach jeder Begegnung eine andere war. Was in Vergangenheit stets gleich blieb war das Bedürfnis sich nahe zu sein, die Grenzen waren bis auf wenige Ausnahmen gut abgesteckt und so kam es, dass ich Felix stets wissen ließ, wenn ich in seiner Nähe war, er beschäftigt klang und bedauernd absagte und immer einige Zeit später doch auftauchte, scheinbar zufällig, zumeist betrunken und bekifft wie ich. Unsere seltenen Aufeinandertreffen verliefen konstant: Er kam zu spät, trank je nach Verfassung mal mehr, mal weniger, ich trank meistens mit und wir sagten uns erst Auf Wiedersehen, wenn einer von uns beiden nicht mehr trinken konnte, dringend schlafen musste oder das Geld ausgegangen war.

Konstantin ruft verzweifelt an, sie würden sich verspäten, er müsse Felix aus der Dusche holen und anziehen, es sei wohl spät geworden (ein vorsichtiges Haha), aber sie würden es heute noch schaffen. Armer Konstantin. Greta und ich lachen bis sie auftauchen, wir bestellen lachend Tee.

Gemeinsame Bekannte und mitgebrachte Freunde beobachteten dieses Spiel vermutlich unterschiedlich; ich sprach über Felix nur beiläufig oder gar nicht und will auch jetzt nicht hören, dass man Wetten abschloss und wilde Spekulationen aufstellte. Ich mochte das Gefühl, ihn aus der Fassung zu bringen, wenn er sich tapfer meiner Gegenwart aussetzte. Ich konnte mich entziehen wann immer ich wollte, intelligente Diskussionen führen, Luftschlösser bauen und derbe Witze reißen; ich war ich und spielte nur für ihn Theater, auf einer Bühne, auf der alle Anwesenden zu Statisten verkamen, auf der unser beider Belanglosigkeiten auf einen Thron gehoben wurden und wir alles waren: alles, was wir hatten und alles was wir brauchten, wann immer wir uns haben konnten. Dazu genügte manchmal das Wissen, dass wir uns zur selben Zeit im selben Raum aufhielten.
Nach jedem Treffen überkam mich eine tiefe Zufriedenheit und doch flüchtete ich, flüchtete in die Arme meiner Geliebten, flüchtete mich in die Studienbücher, flüchtete mich in lange Nächte, aus denen ich wie gerädert erwachte und mich erst Tage später davon erholte. Felix tauchte noch Wochen später in meinen Gedanken auf, bis er schließlich und sehr plötzlich aus ihnen verschwand. Ich wusste gut: bis zum nächsten Mal.

Felix hatte diese Mädchenwimpern, um die ich ihn beneidete, diese langen, schwarzbraunen Haare im Nacken, die ich mit unverhohlenem Entzücken fixierte, zog sich gut an und war geruchlos, gepflegt, aber geruchlos, ich frage mich noch immer, wie ein Mensch so neutral riechen kann, kein Körpergeruch, kein Parfum, kein Duft und kein Gestank. Wenn er ging war seine Haltung leicht gebeugt, als trüge er ein Geheimnis auf dem Rücken, ein unsichtbares Geheimnis, das ihm Mühe machte und das wortlos seine zumeist steinerne Miene erklärte. Seine Mimik war so undurchschaubar wie eine Betonwand.
Er interessierte sich für freie Medien und Politik, ich interessierte mich für Literatur und Biologie, wir sprachen selten darüber, weil wir uns nie einig waren, uns verächtlich anschnaubten und noch zwei Wodka bestellten, die wir dann schweigend und seufzend tranken. Felix und ich, wir wollten uns nie überzeugen, wir wollten uns neu definieren, ein ums andere Mal, das genügte uns. Forschung am Lebendobjekt, persönliche Studien.

Man sieht die Hand kaum mehr vor Augen wegen all dem Rauch, wir sitzen zu Dritt in der tiefen, roten Ledercouch, Felix in der Mitte. Ich rauche Kette und Felix hält mir einen Vortrag über Rauchen und die Folgen.

„Schau, das Rauchen ruiniert meinen Körper, irgendwann, deine Drogenexperimente ruinieren deinen klugen Kopf. Was ist dämlicher? Ich weiß, ist es beides – aber was?“

Ich lache zufrieden und ein bisschen zu überheblich, er dreht sich beleidigt weg und starrt geradeaus in Richtung Bar. Lou Reeds Stimme schleppt sich aus den Boxen, ich hüpfe im Sitzen vor Freude, nehme einen Schluck Bier und lächle zufrieden und mit einem angenehmen Schwindelgefühl, das mich erfasst, vor mich hin. Felix’ Mund am meinem Ohr: „Es gibt keine perfekten Tage.“

Ich sehe ihn nicht an, bewege den Kopf zur Musik und erwidere in den Nebel hinein: „Das nein. Aber es gibt doch gute Tage. Es gibt gute Tage.“

Ich drehe meinen Oberkörper zu ihm hin. Er macht ein Gesicht, als hätte ich ihm den Sinn des Lebens verraten: „So habe ich das noch nie gesehen.“

Ich muss wieder lachen, er verzeiht die Augenbrauen und entlockt seinem verdutzten Gesicht ein Lächeln: „Du bist schön, Mara.“

„Ich weiß.“

„Ich weiß, dass du es weißt.“

Dienstag, 18. März 2008

a long time, since i've seen you smile..

fast vier wochen nur sporadischen zugang zur musikmaschine lassen mich leicht durchgeknallt die halbe nacht lang mp3 files suchen, aber es hat sich gelohnt. aufgefallen ist mir neben dem vielen pop (iiih) und electronica (mehr iiih) meine derzeitige vorliebe für stücke mit trompeten. ja, trompeten. und minimalistisches. nebenbei ein bisschen gerechnet und gehört, was so aufs festival könnte im sommer. aber nur ein bisschen.

eingekerkert in meine bücherwelt ohne zugang zur außenwelt hab ich nun eine woche lang ausgang (ja, ich: sträflingsgleich, denk ich manchmal und bekomme zornfalten) und bin eigentlich nur melancholisch, weils schneit und weil mir meine liebste kollegin beim jobben abhanden gekommen ist. und weil ich so viel zeit zum nachdenken hätte neben den handgriffen, die sitzen, die ich irgendwie nicht nutze. nichts besorgniserregendes, irgendwie auch nichts neues, irgendwie winterschlaf und zeit, die rinnt wie sand zwischen den fingern. dummer mensch. beinahe unheimliche ruhe. sturm? zeit wärs.

vorliebe fürs backen entdeckt. beirut. koreanischer film und (wieder) orson welles; kino ist im moment allgemein nicht unspannend. kabarettpläne. nur der masterplan ist verschollen, liegt irgendwo in spanien und flattert unter sand begraben in lauer meerluft. menschen, die fragezeichen hinterlassen, werden künftig ignoriert (was du kannst, kann ich auch). die harten brocken lieber in wärmerer jahreszeit, didaktisch. ich weiß, was ich kann. und was nicht.

und jetzt bitte laut:

♪ »you are apart.. you are a part..« ♪

Montag, 25. Februar 2008

(aber die tage werden länger und mein humor bleibt, wie er ist. und wo.)

zornig bin ich, und resigniert hab ich. die zeit, in der ich jetzt luftholen und grübeln und mir schöne grimm'sche vergleiche ausdenken konnte, hat mir eigentlich schon vergällt, darüber zu schreiben. seifenblasen-traumata. eins genügte nicht. man lügt oder ist einfach nur feig und zu blöd zum lügen und will doch alles besprochen haben, nur ein wort, ein wort, ultimaten und beteuerungen. es bleiben dämliche fragen, kaum antworten, widersprüche. theater und miserable verse aus langeweile. ich verspüre einen anflug von übelkeit, wenn ich an meinen rechtfertigungswillen denke und meine natürliche sympathie den naiven gegenüber. ich entledige mich aller nettigkeiten und werde mich wieder zurück in die reihe stellen. daraus tanzen ist kein problem für jemanden wie mich, warten bis es soweit ist schon. aber du wirst mir keine märchen mehr erzählen. niemals wieder. nein, das ist keine drohung. ein befreiungsschlag.

You want a reason? How's about "because"?
- J.H.

trotz.und.aber:

»brassfestival guča«

Freitag, 22. Februar 2008

Josh, almost literally. Stuff.

"They say love is like a drug... well, I'm not sure about that." (Zuvor: "Feel good hit of the summer")

"Was it you? I swear, I'll beat the shit out of you... I'll stick it up your ass until it disappears!"
(Jemand aus den vorderen Reihen wirft Bierbecher samt Inhalt auf die Bühne)

"Bad security, bad..."

"I don't care if you sing along, I'll do it anyway." (Vor: "Hangin' Tree")

"You look so good tonight... this one's for you." (Zu Troy, vor "Millionaire")


setlist-queens-muenchen-2008_blog

QOTSA-20_02_08-Munich-II


Zugaben:
  • "In the fade"
  • "Go with the flow"

Highlights:
    • 2-minütiges Intro vor "Misfit Love"
    • "You would know"
    • "Do it again"
    • bombastisches "Run, pig, run", das live erstaunlich gut funktioniert hat
    • Michael Shuman(!)


Loosing a feelin', that I couldn't give away
Countin' and breathin', disappearing in the fade
They don't know, I'd never do you any good
Stoppin' and stayin', I would if I could


- "In the fade"


»QOTSA - 21.02.08 Gasometer, Wien«

Donnerstag, 21. Februar 2008

"You can do whatever you want...

...- we are Queens of the Stone Age!" 02/20/08, Tonhalle, München

QOTSA-20_02_08-Munich-IV

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ein gedicht ist ein gedicht,...
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Denny Cold (anonym) - 10. Mai, 00:36
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purity - 6. Mai, 19:59
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karrusell fahren.
karrusell fahren.
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♪ »hope this is what you wanted, hope this...
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Allways the same old fucking game...
Frau H. (anonym) - 20. Apr, 02:29

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