o.t.
Wolkenlos und durchscheinend, zartblau gebleicht von einer unermüdlichen Sonne zieht der eine Himmel oben und lässt den Himmel unten in einem Farbenrausch aus Grüntönen blenden und protzen. Bitte schnallen Sie sich an! Kilometer 301, A 1. Eine Messe in München verstopft die Autobahn an der ehemaligen Zollstation: zähflüssiger Verkehr, Hupen, Feinstaub, ich fühle mich wie zu lange gekauter Kaugummi und reibe mir die Augen, PKW-Parkplatz da, Telefonzelle dort. Und wo ist das Grün?
Die heiße Luft schlägt in Wellen Schattenpurzelbäume auf der Motorhaube, erhitzte Gesichter, Sechserpack, Überwachungskameras, Behindertentoilette. Schweißgeruch und Autoabgase erschlagen die Sinne, ein Meer an nackten Beinen und Unterarmen bewegt sich durch Schleier, aufheulende Motoren. Konsterniert atme ich Staub, den betäubenden Geruch von Benzin und scharfen Reinigungsmitteln.
Warmkalt. Die Klimaanlage verursacht ein penetrantes Sauggeräusch, das meinen Schluckreflex reizt. Ein Schritt, zwei Schritte, schluck. Schluck. Bilderfetzen aus vergangenen Tagen: Eine Frau beim Zahnarzt in der Kabine neben mir spricht mit der Zahnarzthand im Mund, unermüdlich, glucksend zwar, aber laut und bestimmt, eine Kämpfernatur, ADS, bitte einmal knebeln und zwar sofort! Es duftet nach Kaffee aus dem Bistro von nebenan. Ich schließe die Augen, bücke mich am Regal. Etwas bohrt sich in meinen Rücken, ein Stechen, ein Blick, umbarmherzig, aber kleinlaut, lässt mich ungerührt, lässt mich nicht in die Knie gehen, macht mich nicht den Kopf drehen und die kleinen, schwarzen, hündischen Augen (tief in den Höhlen vergraben) suchen um ihnen zu begegnen und sie in die Schranken zu weisen. Die Schritte, mürbe, klebrig, dringen zwischen Gemurmel und Geschäftigkeit an mein Ohr und das aufdringliche Gefühl hinter mir verschwindet hinaus auf die Straße und verlässt mich einen Augenblick später ganz. An manchen Tagen sind mir Motten unangenehmer als an anderen, ich fühle mich gequält, Piñata, mein Kopf dröhnt und ich schwanke hinaus in die schwüle Luft, nein, erst Kaffee, sechs Minuten, hier ein Kreuzchen auf Papier und dort, ab. Der Müllberg um den zierlichen metallenen Aschenbecher hat sich in Luft aufgelöst, ich verdrehe mir den Kopf nach einem Messias und erwarte ein paar Atemzüge lang Hagel und Wolkenbruch, Wunder, Wunder! Ein Kind läuft mir zwischen die Beine, ich schlage einen Haken, zwei, zwinge mich zu einem Lächeln um kein Trauma zu verschulden.
Kaltwarm, später. Der Fahrtwind erschlägt die rauschenden Töne, die sich aus dem Radio quälen. Well, the windshield was broken but I love the fresh air, you know.Ich bin müde und höre auf nach Musik zu suchen, die nicht rauscht. Hier ein Kreuzchen und dort, niemand schert sich um mein Gemurmel. Selbstgespräche auf der Toilette, vorhin. Salatbar? Tankwart? Flugmüll? Schaumwein, Entscheidungsunfähigkeit: augenscheinlich. Dazwischen Gedanken an eine Liebe, die Liebe wäre, wäre sie hier.
Die heiße Luft schlägt in Wellen Schattenpurzelbäume auf der Motorhaube, erhitzte Gesichter, Sechserpack, Überwachungskameras, Behindertentoilette. Schweißgeruch und Autoabgase erschlagen die Sinne, ein Meer an nackten Beinen und Unterarmen bewegt sich durch Schleier, aufheulende Motoren. Konsterniert atme ich Staub, den betäubenden Geruch von Benzin und scharfen Reinigungsmitteln.
Warmkalt. Die Klimaanlage verursacht ein penetrantes Sauggeräusch, das meinen Schluckreflex reizt. Ein Schritt, zwei Schritte, schluck. Schluck. Bilderfetzen aus vergangenen Tagen: Eine Frau beim Zahnarzt in der Kabine neben mir spricht mit der Zahnarzthand im Mund, unermüdlich, glucksend zwar, aber laut und bestimmt, eine Kämpfernatur, ADS, bitte einmal knebeln und zwar sofort! Es duftet nach Kaffee aus dem Bistro von nebenan. Ich schließe die Augen, bücke mich am Regal. Etwas bohrt sich in meinen Rücken, ein Stechen, ein Blick, umbarmherzig, aber kleinlaut, lässt mich ungerührt, lässt mich nicht in die Knie gehen, macht mich nicht den Kopf drehen und die kleinen, schwarzen, hündischen Augen (tief in den Höhlen vergraben) suchen um ihnen zu begegnen und sie in die Schranken zu weisen. Die Schritte, mürbe, klebrig, dringen zwischen Gemurmel und Geschäftigkeit an mein Ohr und das aufdringliche Gefühl hinter mir verschwindet hinaus auf die Straße und verlässt mich einen Augenblick später ganz. An manchen Tagen sind mir Motten unangenehmer als an anderen, ich fühle mich gequält, Piñata, mein Kopf dröhnt und ich schwanke hinaus in die schwüle Luft, nein, erst Kaffee, sechs Minuten, hier ein Kreuzchen auf Papier und dort, ab. Der Müllberg um den zierlichen metallenen Aschenbecher hat sich in Luft aufgelöst, ich verdrehe mir den Kopf nach einem Messias und erwarte ein paar Atemzüge lang Hagel und Wolkenbruch, Wunder, Wunder! Ein Kind läuft mir zwischen die Beine, ich schlage einen Haken, zwei, zwinge mich zu einem Lächeln um kein Trauma zu verschulden.
Kaltwarm, später. Der Fahrtwind erschlägt die rauschenden Töne, die sich aus dem Radio quälen. Well, the windshield was broken but I love the fresh air, you know.Ich bin müde und höre auf nach Musik zu suchen, die nicht rauscht. Hier ein Kreuzchen und dort, niemand schert sich um mein Gemurmel. Selbstgespräche auf der Toilette, vorhin. Salatbar? Tankwart? Flugmüll? Schaumwein, Entscheidungsunfähigkeit: augenscheinlich. Dazwischen Gedanken an eine Liebe, die Liebe wäre, wäre sie hier.
purity - 1. Sep, 23:05


