"Wettlauf. Lauf", Valeria Narbikova
Dem Nackten im Wasser erscheint der Gedanke an das weibliche und männliche Geschlecht als solches klein im Vergleich zur Tiefe des Meeres. Das ist wohl eine weitere unverwirklichte Fähigkeit des Menschen - wenn er fähig wäre, im Wasser zu leben, wäre er reiner nicht im Sinne von Reinheit, sondern im Sinne von Tiefe, vielleicht scheint das so, solange man nicht essen und schlafen möchte, aber ist der leichte Körper, der sich leicht auf dem Wasser hält, wirklich derselbe Körper, der sich mit Müh und Not auf hohen Absätzen auf der Erde bewegt. Möglicherweise ist der Zwitter ein Meereswesen: Der Mensch wurde auf dem Festland zu Frau und Mann, im Wasser aber wurden Frau und Mann zum Menschen. (S. 65 ff.)
purity - 22. Aug, 23:28


