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Montag, 29. Juni 2009

Quasi Malen mit Worten 2

Es ist Herbst und es ist Juni. Morgens gibt es Nebel, tagsüber regnet es grau-in-grau, man hält den Atem an und rennt nach draußen, wenn für fünf Minuten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke brechen, deren Licht die Augen blendet und tränen lässt. Der Schnee auf den Bergen ist braun geworden und hat aufgehört zu leuchten. Die Töne passen zu den Tagen, die auf leisen Füßen kommen und bleiben.

Azur, damals:

Zeit, ich möchte dich in den Arm nehmen und festhalten, nur für ein, zwei Augenblicke. Ich möchte die Hand wieder in meiner haben, während der Wind um die Wände streicht und keine Ritze findet, um das Feuer zu ersticken, das Gesicht an meinem, die Stille, das Schweigen, das synchrone Atmen. Die Ästhetik von Perfektion in kleinen Teilen: He says, “There’s plenty of time to make you mine tonight, there’s plenty of time to make you mine.” Ich möchte das weinselige Lächeln den Mund im geröteten Gesicht dieser weinseligen Augen wieder umspielen sehen und die einladenden Worte hören, später, horch: Rauschige und kleine Kinder sagen die Wahrheit, sagt man bei uns und uns ist, wo immer wir sind und uns daran erinnern können, woher wir kamen. Ich möchte den Schnee unter meinen Schuhen knautschen hören auf dem wahnwitzigen Weg heim, die warme Hand, die meine nimmt und den Satz hören, der nur für mich bestimmt in das plötzlich abbrechende Stimmengewirr hineinsagt wird und sich schüchtern in den undeutlichen Umrissen der Schneelandschaft irgendwo zwischen den Bäumen verliert und keinen Laut mehr zulässt, unendliche Sekunden lang.

Am ersten Morgen grasten die Schafe so selbstverständlich im Garten an der Klippe, als würden nicht sie auf der Erde laufen, sondern als wäre dies ihr angestammter Platz und die Erde liefe unter ihnen. - I'm waiting, you know that I am calmly waiting to make you my lamb -

Mary had a little lamb, little… Die Herde ist geschrumpft, es ist Juni, es ist immer Herbst. Es ist grau-in-blau. Die ersten Schafe haben sich ins Meer gestürzt: Weiße, weiche Wolken schaukeln an der Wasseroberfläche einem anderen Horizont entgegen, ich zupfe mir die fahle Wolle um den Körper zurecht und drehe mich dem Wind entgegen dem Festland zu, den grünen, sanften Hügeln, die letzte Frage der See schenkend. Und nur der See.

»Quasi Malen mit Worten 1«

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