Letzte Worte vor dem langen Schweigen
Ein Experiment
(getragen)
Genusssucht (eines der höchst seltenen Worte, die durch die Neue Deutsche Rechtschreibung ein beinahe perfektes Wortbild abgeben), ich wiederhole: Genusssucht ist keine Zivilisationskrankheit.
Ich fürchte, ich habe meine Würde auf dem Fensterbrett liegen lassen. Tritt sie bitte mit Füßen, aber tu es mit Stil. Passive Aggressivität kann man überwinden, wenn man erst einmal Gefallen daran findet, mit Gläsern auf Köpfe zu zielen. Suchtverhalten entwickelt sich schneller, als man zu glauben vermag. Manchmal bedingt es nur Destruktivität, mehr braucht es nicht. Ich weiß, du hast meinen unterschwelligen Sadismus unterschätzt. Du kannst mir vor die Füße kotzen. Such dir was aus. Hauptsache, du hörst auf zu reden. Ein Wort wäre schon zu viel, man stiege wieder auf das Karussell und würde sich glücklich wähnen, glücklich!
Wer hoch steigt, fällt tief. Wir steigen um des Fallens Willen. Ich habe es geflüstert, in Endlosschleifen vor mich hingemurmelt, geweint, geschrieben, geschrieen. Mein Uterus hat es in Krämpfen rhythmisch aus mir hervorgestoßen. Wir steigen wegen. Immer wieder, manisch. Das haben wir nun davon, von allem, von nichts. Ich bin ganz und gar Egoist, ferner Autodidakt. Ich steige um des Fallens Willen. Cogito nondum ebrius satis sum. Grenzerfahrungswert. Ich wiederhole: darüber hinwegsteigen. Muss man für alles im Leben eine Begründung haben? Das Warten dauert auch so lange genug. Heute beginnt die Ewigkeit. Das hat mir am Morgen der Postbote zugesteckt. Zusammen mit den kläglichen Resten einer Persönlichkeit. Unworte, die im Delirium von rissigen, dicken Lippen vor sich hingespuckt werden. Ich fürchte, ich habe irgendetwas auf dem Fensterbrett liegen lassen. Es ist schon zu lange her. Kartenhäuser gehorchen keinen statischen Gesetzen.
Oktober 2006
(getragen)
Genusssucht (eines der höchst seltenen Worte, die durch die Neue Deutsche Rechtschreibung ein beinahe perfektes Wortbild abgeben), ich wiederhole: Genusssucht ist keine Zivilisationskrankheit.
Ich fürchte, ich habe meine Würde auf dem Fensterbrett liegen lassen. Tritt sie bitte mit Füßen, aber tu es mit Stil. Passive Aggressivität kann man überwinden, wenn man erst einmal Gefallen daran findet, mit Gläsern auf Köpfe zu zielen. Suchtverhalten entwickelt sich schneller, als man zu glauben vermag. Manchmal bedingt es nur Destruktivität, mehr braucht es nicht. Ich weiß, du hast meinen unterschwelligen Sadismus unterschätzt. Du kannst mir vor die Füße kotzen. Such dir was aus. Hauptsache, du hörst auf zu reden. Ein Wort wäre schon zu viel, man stiege wieder auf das Karussell und würde sich glücklich wähnen, glücklich!
Wer hoch steigt, fällt tief. Wir steigen um des Fallens Willen. Ich habe es geflüstert, in Endlosschleifen vor mich hingemurmelt, geweint, geschrieben, geschrieen. Mein Uterus hat es in Krämpfen rhythmisch aus mir hervorgestoßen. Wir steigen wegen. Immer wieder, manisch. Das haben wir nun davon, von allem, von nichts. Ich bin ganz und gar Egoist, ferner Autodidakt. Ich steige um des Fallens Willen. Cogito nondum ebrius satis sum. Grenzerfahrungswert. Ich wiederhole: darüber hinwegsteigen. Muss man für alles im Leben eine Begründung haben? Das Warten dauert auch so lange genug. Heute beginnt die Ewigkeit. Das hat mir am Morgen der Postbote zugesteckt. Zusammen mit den kläglichen Resten einer Persönlichkeit. Unworte, die im Delirium von rissigen, dicken Lippen vor sich hingespuckt werden. Ich fürchte, ich habe irgendetwas auf dem Fensterbrett liegen lassen. Es ist schon zu lange her. Kartenhäuser gehorchen keinen statischen Gesetzen.
Oktober 2006
purity - 16. Okt, 23:54





Und dann finde ich auch noch diesen Text. Ich hab' mich verliebt, in diesen Text!!!! Darf ich ihn verlinken? Ich finde, die Welt MUSS diesen Text lesen!