"Beim Propheten", Thomas Mann
(Auszug)
seltsame orte gibt es, seltsame gehirne, seltsame regionen des geistes, hoch und ärmlich. an den peripherien der großstädte, dort, wo die laternen spärlicher werden und die gendarmen zu zweien gehen, muss man in den häusern emporsteigen, bis es nicht weiter geht, bis in schräge dachkammern, wo junge, bleiche genies, verbrecher des traumes, mit verschränkten armen vor sich hinbrüten, [...] wo einsame, empörte und von innen verzehrte künstler, hungrig und stolz, im zigarettenqualm mit letzten und wüsten idealen ringen. hier ist das ende, das eis, die reinheit und das nichts. hier gilt kein vertrag, kein zugeständnis, keine nachsicht, kein maß und kein wert. hier ist die luft so dünn und keusch, dass die miasmen des lebens nicht mehr gedeihen. hier herrscht der trotz, die äußerste konsequenz, das verzweifelt trohnende ich, die freiheit, der wahnsinn und der tod...
es war karfreitag, abends um acht. mehrere von denen, die daniel geladen hatte, kamen zur gleichen zeit. [...]es wäre schwer gewesen, die wirkung von daniels proklamation auf die zuhörer festzustellen. [...] der novellist suchte seit längerer zeit vergebens nach einer passenden haltung für seinen schmerzenden rücken. um zehn uhr kam ihm die vision einer schinkensemmel, aber er verscheuchte sie mannhaft. [...]
er hatte ein gewisses verhältnis zum leben.
seltsame orte gibt es, seltsame gehirne, seltsame regionen des geistes, hoch und ärmlich. an den peripherien der großstädte, dort, wo die laternen spärlicher werden und die gendarmen zu zweien gehen, muss man in den häusern emporsteigen, bis es nicht weiter geht, bis in schräge dachkammern, wo junge, bleiche genies, verbrecher des traumes, mit verschränkten armen vor sich hinbrüten, [...] wo einsame, empörte und von innen verzehrte künstler, hungrig und stolz, im zigarettenqualm mit letzten und wüsten idealen ringen. hier ist das ende, das eis, die reinheit und das nichts. hier gilt kein vertrag, kein zugeständnis, keine nachsicht, kein maß und kein wert. hier ist die luft so dünn und keusch, dass die miasmen des lebens nicht mehr gedeihen. hier herrscht der trotz, die äußerste konsequenz, das verzweifelt trohnende ich, die freiheit, der wahnsinn und der tod...
es war karfreitag, abends um acht. mehrere von denen, die daniel geladen hatte, kamen zur gleichen zeit. [...]es wäre schwer gewesen, die wirkung von daniels proklamation auf die zuhörer festzustellen. [...] der novellist suchte seit längerer zeit vergebens nach einer passenden haltung für seinen schmerzenden rücken. um zehn uhr kam ihm die vision einer schinkensemmel, aber er verscheuchte sie mannhaft. [...]
er hatte ein gewisses verhältnis zum leben.
purity - 9. Jan, 16:00





Nein, na gut, weiter im Text...