chronik, unvollständig
wie mich menschen gleichzeitig anziehen und abstoßen, die mir ähnlich sind. und was für eine freude und überraschung, freunde zu treffen nach jahren und zu sehen, was man noch weiß und was man nicht mehr wissen kann; was sich entwickelt und was immer noch vertraut ist und fremd: life of agony, privatwirtschaft, chaos, (ex)freundinnen und schwangerschaften, nie verwirklichte pläne, gemeinsame bekannte, frisuren, thailand, gras, fuzz und das letzte bier teilen. wein-selig.
und wie sie unwissentlich zweifel sähen und zuversicht. ich mag das gefühl nicht eine einzige auf der welt zu sein, ich bin lieber die einzige unter vielen. "warum kann sie nicht immer so sein", fragt die bruderfeundin naiv. ich bin immer ich, ob ich so bin oder anders obliegt niemandem als mir. wenn ich immer bin, wie ich mich fühle, dann bin ich im moment großartig mit dornen, eben: wie immer. und spielkind, planloses. sonntagskind. unkaputtbar. (weil: ein wort bin ich nie).
purity - 23. Jul, 18:20
Life is white
And I am black
Jesus and his lawyer
Are coming back
Oh my darling
Will you be here
Before I sputter out?
- E.
nunja. ich hab nicht blut geschwitzt, aber geschwitzt hab ich schon. ungewohnt für mich. wenn man mich nicht ins kalte wasser geworfen hätte, ich wäre nicht ins auto gestiegen. aus prinzip; diesem egoistischen gefühl von ich-hab-immer-recht-und-wenn-nicht-mindestens-das-letzte-wort. doch, ich wäre. und es war keine bewusste überrumpelung (ahem), eine kleine vielleicht? egal. ich fühle mich besser als vorgestern, obwohl ich nun nicht mehr weiß, ob der traum prophetisch war oder nicht. auch egal. gefühlte zehn jahre jünger. gefühlte zehn kilo leichter. ich glaube ja, dass das ansteckend ist, dass man mich ständig mit irgendwas ansteckt und ich viel zu sehr auf die symptome achte und nicht auf die ursachen..
freunde erkennt man daran, dass man auch an einem tisch mit vier unter zwei augen reden kann. ich war etwas enttäuscht von der darbietung, ich sollte viel öfter sagen, dass ich konkurrenz brauche, hartnäckigkeit bewundere und unsicherheit, auch bei mir, völlig zu unrecht als schwäche verurteile. wäre damit allen geholfen? nunja. mir ist nicht wirklich geholfen. natürlich kann man ein gelesenes buch irgendwo wieder aufschlagen und sich wundern, was man beim lesen verpasst hat. es kann aber auch schmecken wie (k)alter kaffee. andererseits: das leben bietet unterm strich immer irgendwie die schöneren geschichten als die bücher.
und weils sonst nirgends passt, und: wunderbar:
»no one belongs here more than you«
purity - 11. Jul, 23:34
sekundenkaugummi. ich bin ständig müde und weiß nur in der hälfte aller fälle, warum.
ja, ich fürchte, ich habe etwas verbrochen und ich weiß nicht mehr, was es war. sollte ich paragraphen auswendig lernen? in ein zeugenschutzprogramm aufgenommen werden? beamtenbeleidigung? ich hab doch nur einmal diese blöden säckchen daheim liegen lassen.. ehrlich. und alles andere mach ich heimlich. mitternachts beim maulbeerbaum. na, dann suchen sie mal schön, nichtwahr. das mit den buchsbäumen war ich übrigens auch nicht, hörnsie. und ich hab hintern gesagt und nicht arsch. bei mir gibts nix zu holen. gemma.
das meer macht mich noch nicht wirklich zuversichtlich, werweißwarum. ich nicht. ich hätte den atlantik gewählt oder wenigstens gutes essen. wenn der sommer nicht zu mir kommt, komme eben ich zum sommer. so oder so. aber macht es das besser? wenigstens entkomme ich der heimischen fußballhölle und allerlei sonst.
s. hat sich nach mir erkundigt, die geschichte ist ehrlich witzig und irgendwie.. aber wieso jetzt? erst jetzt. über manche dinge kommt man nie hinweg (cassius, it's over..), für manche dinge ist es irgendwann einfach zu spät. da gibt es einen punkt - nabumm - und man dreht den kopf nicht mehr, nie mehr, nicht eingeschlossen die dinge, die mir noch meinen hübschen schädel einschlagen könnten, die nächsten jahre. alles gute kommt garantiert und, aber: garantiert nie von oben. sentimentales alles-ist-im-arsch ('tschuldigung.). wenn mich das nächste mal weltuntergangsstimmung und sinnkrisenverlorenheit heimsuchen, schickt sie bitte zur zuständigen behörde, die schreiben mir dann einen brief. oder zwei. und ich werde sie wieder nicht abholen kommen.
es sind nun genau neun monate.
purity - 6. Jun, 23:45
r. träumt seltsame dinge. r. übt sich in hypnotherapie und fragt ihr unterbewusstsein. r. beschwert sich, weil es niemand sonst gibt, dem sie davon erzählen kann. ich bin nie erreichbar und den satz: "wozu hast du ein handy?" hab ich bestimmt schon über hundert mal gehört. auch in verbindung mit: "scheiße nochmal". das bin ich, wenn ich nicht grade meine sterben zu müssen, dabei fühlt es sich nur so an, wenn es draußen 25 grad hat und man schüttelfrost und erstickungsanfälle hat aufgrund einer erkältung biblischen ausmaßes. ich werd schon wieder, werd ahnung haben, irgendwann. also irgendwann: das mit der ahnung..
r. träumt seltsame dinge. the lighthouse is an accident, accident, accident.. ich sollte r. musik brennen. und rotwein besorgen. und vielleicht die schon so lange versprochenen feuersteine für juli. weil man niemals nie sagen soll, auch wenn das gefloskel ist und unbedeutend für die kostbaren augenblicke.
t. geht es schlecht. ich habe t. schon lange nicht gesehen und die medikamente machen sie langsam und aufgesetzt, als wäre sie ausgestopft und batteriebetrieben, eine marionette. ich überlege, was h. damit zu tun hat und ob es auch ohne dies und jenes dazu gekommen wäre und ich bin mitleidig und redselig, aber ich versuche sie normal zu behandeln, so, wie sie es möchte, so, wie ich es möchte. ich lade sie zum frühstücken ein und werde ein bisschen zu viel über mich erzählen, wenn es soweit ist.
c.'s mutter sagt: das studium fertig machen. fertig machen, unbedingt, gar nicht überlegen. c. kommt bald heim, pamplona im gepäck und ein wunderschönes c.-lächeln. c. läuft weg, aber sie behauptet, sie sehe sich die welt an. vielleicht hört sie nun auf damit, das lächeln wird ansteckend sein wie immer. c. und ich sind uns ähnlicher als wir wahr haben wollen. wir schütteln den kopf über dieselben dinge. ich freue mich auf sie.
di, 20.05. AYWKUBTTOD, rockhouse. wenn es keinen abgang gibt wie bei "the who", war es ein deprimierendes monat. auch das davor. es liegt wohl am klima hier, dass das frühlingsmüdigkeitsdingens immer so spät kommt.
purity - 18. Mai, 21:45
konzertabend mit der verschwörer-bagage. die bruderfreundin ist nur mit mühe zu überreden und erzählt mir später lustige geschichten über ihren rhythmik-unterricht und was die band damit zu tun hat und der alterslose vogel hartl.
antibiotika sind schlimmer als drei komma fünf bier. ich fühl mich ein bisschen alt, obwohl mich das solariumgebräunte no-go hinter der bar viel zu jung macht. wir lachen tränen. ich schaffs, keine rotweinflecken zu machen und mich den ganzen abend nicht zu fragen, wie glücklich ich bin. ich bin nur mäßig müde von der unmenschlichen arbeit am vormittag und viel zu nüchtern. m. ruft vorhin an und fragt nach der arbeit und den katzen und kaffee. heute mag ich nicht aus dem haus, das ganze kaff ist auf den straßen. ich vermisse r. und frage mich, wieviel whisky sie noch ohne mich getrunken haben mag. und wieder hat jemand meinen abend gerettet, von dem man nicht gerettet werden mag, und wie so oft sind es nur zwei zeilen:
i'm only here to face what i fear
to find out what it means - breaking the routines
purity - 19. Apr, 21:00
wie schade, wenn es nichts mehr zu sagen gibt, nicht, weil es nichts mehr zu sagen gäbe, wenn man aber nun nichts mehr sagen kann, weil man sich vor den eigenen worten fürchtet und sich von den anderen angegriffen fühlt. was bleibt.
fazit samstag, 5.04.: ich wünsche mir asexuelle freunde.
purity - 6. Apr, 23:55
fast vier wochen nur sporadischen zugang zur musikmaschine lassen mich leicht durchgeknallt die halbe nacht lang mp3 files suchen, aber es hat sich gelohnt. aufgefallen ist mir neben dem vielen pop (iiih) und electronica (mehr iiih) meine derzeitige vorliebe für stücke mit trompeten. ja, trompeten. und minimalistisches. nebenbei ein bisschen gerechnet und gehört, was so aufs festival könnte im sommer. aber nur ein bisschen.
eingekerkert in meine bücherwelt ohne zugang zur außenwelt hab ich nun eine woche lang ausgang (ja, ich: sträflingsgleich, denk ich manchmal und bekomme zornfalten) und bin eigentlich nur melancholisch, weils schneit und weil mir meine liebste kollegin beim jobben abhanden gekommen ist. und weil ich so viel zeit zum nachdenken hätte neben den handgriffen, die sitzen, die ich irgendwie nicht nutze. nichts besorgniserregendes, irgendwie auch nichts neues, irgendwie winterschlaf und zeit, die rinnt wie sand zwischen den fingern. dummer mensch. beinahe unheimliche ruhe. sturm? zeit wärs.
vorliebe fürs backen entdeckt. beirut. koreanischer film und (wieder) orson welles; kino ist im moment allgemein nicht unspannend. kabarettpläne. nur der masterplan ist verschollen, liegt irgendwo in spanien und flattert unter sand begraben in lauer meerluft. menschen, die fragezeichen hinterlassen, werden künftig ignoriert (was du kannst, kann ich auch). die harten brocken lieber in wärmerer jahreszeit, didaktisch. ich weiß, was ich kann. und was nicht.
und jetzt bitte laut:
♪ »you are apart.. you are a part..« ♪
purity - 18. Mrz, 18:55
zornig bin ich, und resigniert hab ich. die zeit, in der ich jetzt luftholen und grübeln und mir schöne grimm'sche vergleiche ausdenken konnte, hat mir eigentlich schon vergällt, darüber zu schreiben. seifenblasen-traumata. eins genügte nicht. man lügt oder ist einfach nur feig und zu blöd zum lügen und will doch alles besprochen haben, nur ein wort, ein wort, ultimaten und beteuerungen. es bleiben dämliche fragen, kaum antworten, widersprüche. theater und miserable verse aus langeweile. ich verspüre einen anflug von übelkeit, wenn ich an meinen rechtfertigungswillen denke und meine natürliche sympathie den naiven gegenüber. ich entledige mich aller nettigkeiten und werde mich wieder zurück in die reihe stellen. daraus tanzen ist kein problem für jemanden wie mich, warten bis es soweit ist schon. aber du wirst mir keine märchen mehr erzählen. niemals wieder. nein, das ist keine drohung. ein befreiungsschlag.
You want a reason? How's about "because"?
- J.H.
trotz.und.aber:
»brassfestival guča«
purity - 25. Feb, 16:55
"They say love is like a drug... well, I'm not sure about that." (Zuvor: "Feel good hit of the summer")
"Was it you? I swear, I'll beat the shit out of you... I'll stick it up your ass until it disappears!"
(Jemand aus den vorderen Reihen wirft Bierbecher samt Inhalt auf die Bühne)
"Bad security, bad..."
"I don't care if you sing along, I'll do it anyway." (Vor: "Hangin' Tree")
"You look so good tonight... this one's for you." (Zu Troy, vor "Millionaire")
Zugaben:
Highlights:
- 2-minütiges Intro vor "Misfit Love"
- bombastisches "Run, pig, run", das live erstaunlich gut funktioniert hat
Loosing a feelin', that I couldn't give away
Countin' and breathin', disappearing in the fade
They don't know, I'd never do you any good
Stoppin' and stayin', I would if I could
- "In the fade"
»QOTSA - 21.02.08 Gasometer, Wien«
purity - 22. Feb, 10:03
da verfolgt mich den ganzen tag schon ein traum, seit ich mich aus dem bett erhoben habe tanzen die bilder durch meinen kopf, lassen mich blöde sätze durchkauen wie
alles hängt also an einem telefonat, das es nicht mehr geben wird und
zwei sätze mit "x".. und machen mich alles in allem ein bisschen benebelt, nicht ganz hier und nicht ganz dort und das programm wird nebenbei eben routiniert heruntergespult.
da will ich mich schon fast hinlegen, nur noch im hinterkopf, was mich morgen erwarten mag und schlage, weil ich es nun doch festhalten will, mein traumtagebuch auf, mein kaum gebrauchtes (nur sieben einträge 2007). ich blättere zurück zum 24.01.07, der nun genau vor einem jahr gewesen war und lese und staune ein bisschen, da steht doch was, und was: nur ein bisschen mehr alpen und weniger koh samui, ein bisschen mehr gewölbe als klaustrophobische anfälle, fast dieselben personen und dieselbe geschichte, dasselbe ende, dieselben wirren gedanken unmittelbar nach dem aufwachen; valiumesque.
das ist an und für sich nichts, dem ich nun große bedeutung beimessen würde, würden nicht diverse quälende gedanken zurückkommen, dieses alles in der hand haben und sich doch nicht vom fleck rühren können. ("ich hab von dir geträumt und wusstest du, dass sie schon wetten abschließen? ich wette, sie wetten.. sie wetten!"). saragossa und pamplona, c. platzt vor glück. und ich weiß nun nicht mehr, ob ich alles hätte abwiegeln sollen, was sich so zäh in mir eingenistet hat, ob ich noch einmal lächelnd, aber so furchtbar kühl sagen könnte: ja. für jetzt.
♪ »we are vagabonds
we travel without seatbelts on« ♪
purity - 24. Jan, 21:45